Wohin mit meiner App Idee?

Öfter bekommen wir Anrufe von ganz unterschiedlichen Menschen, die am Telefon ganz geheimnisvoll tun und manches Mal auch etwas unsicher wirken. Das sind Anrufer, die eine ganz tolle Idee haben: Sie wollen eine App erstellen oder erstellen lassen, die die Probleme der Menschheit lösen wird. Natürlich nicht alle auf einmal, aber doch immerhin ein Teilproblem. Und da die Idee so einzigartig ist, weiß der Anrufende dann nicht, wie er sich verhalten soll.

Soll er die Idee preisgeben und damit sich selbst in die Gefahr begeben, dass die Agentur, bei der er gerade anruft, ihm die Idee womöglich wegschnappt? Oder soll er besser drumherum reden und hoffen, dass seine Idee unentdeckt bleibt und er trotzdem Hinweise erhält, was er nun mit seiner Idee anfangen kann?

Effizient und sinnvoll ist es, wenn man direkt über die jeweilige Idee spricht. Die Verschleierung bringt beiden Seiten nichts und kostet nur Zeit. Leider ist es trotzdem so, dass die meisten Anrufer erst 30 Minuten unserer Zeit stehlen, indem sie um „den heißen Brei herumreden“. Wer Angst hat, seine Idee zu verlieren, sollte am Besten alles alleine machen.

Man kann es so machen, dass man vorher eine schriftliche Vereinbarung schließt, die dem Gesprächspartner die alleinige Nutzung der Idee untersagt. Das hat natürlich in der Praxis relativ wenig Wirkung, denn der nun über die Idee informierte könnte eine App nach der Idee ja auch über einen Freund veröffentlichen…

Wir von App Agency sagen zu, dass wir eine App-Idee nur und ausschließlich zusammen mit dem Ideengeber umsetzen würden. Eine Weitergabe der Idee ist ausgeschlossen, denn wir haben einen Ruf als Partner von App-Entwicklern und App-Herausgebern zu verlieren.

Wir haben diese Anrufe gerne entgegengenommen, auch wenn wir leider die Anrufer in der Regel enttäuschen müssen. Oft reicht eine ganz einfache, schnelle Suche im App Store schon aus, um dem Anrufer sagen zu können, wieviele Apps es bereits gibt, die genau das bieten, was er entwickeln (lassen) möchte.

Bei über einer Million Apps allein im Apple-Appstore gibt es getreu der Apple-Werbung tatsächlich für (fast) alles eine App. Und meistens sogar gleich ganz viele, die ähnliches bieten.

Wer also eine App-Idee hat, ist gut beraten – bei aller Freude über die Idee – zunächst einmal selbst zu überprüfen, ob es schon Apps dieser Art gibt. Dazu reicht in den meisten Fällen zur Zeit eine Suche im Apple App Store und bei Google Play aus.

Als zweiten Schritt ist zu überlegen, ob die eigene Idee die im App Store bereits vertretenen Apps erweitern würde, oder tatsächlich ein Problem löst, welches von den anderen Apps nicht komplett gelöst wird. Vielleicht greift man einen Aspekt auf, der das, was andere Apps bieten, günstiger oder einfacher macht?

Selbst eine so genannte „Me-too-App“, die das bietet, was andere schon bieten, kann durchaus erfolgreich sein, wenn man diese App mit einer guten Marketing- und PR-Strategie und Anbindung an Social Media verknüpft.

Selbst wenn man selbst nicht fündig wird und die App Idee einzigartig erscheint, sollte man mit einem Experten sprechen, denn es kann auch Gründe geben, warum sich eine App für ein bestimmtes Thema nicht so sehr eignet oder die potenzielle Zielgruppe der App so klein ist, dass normalerweise die Entwicklungskosten sich nicht lohnen.

Hier gilt es dann zu untersuchen, wer Interesse an der Veröffentlichung so einer App haben könnte, denn über App-Sponsoring kann unter Umständen auch eine sehr spezialisierte App Sinn machen, die zwar nicht die Massen, aber dafür zum Beispiel die Kunden eines Maschinenbauers anspricht.

Prinzipiell muss die Idee auf den Prüfstand und von allen Seiten beleuchtet und analysiert werden. Das übernehmen wir gerne und steuern auch unsere Erfahrung bei.

Wir sind dabei sicher etwas kritischer und weniger euphorisch als derjenige, der die Idee hatte oder die App vielleicht sogar schon in der Entwicklung hat. Dieser kritischere Ansatz resultiert aus unserer Erfahrung aus über 10.000 gestetesten Apps. Da haben schon sehr viel Gutes und genausoviel Schlechtes gesehen. Und wenn man dann ein App Projekt mitgestaltet, dann will man natürlich eine Top-App mitentwickeln und keinen Durchschnitt.

Manche unserer Kunden sind schockiert, wenn wir ihnen unseren ehrlichen App-Testbericht übersenden. Sie sind so „in ihre App verliebt“, dass sie viele Probleme und Bedienungsmängel nicht gesehen haben. Und so kommt es auch immer wieder vor, dass wir App-Entwickler nach den ersten Vorgesprächen mit einer Art Aufgabenkatalog versehen – mit der Bitte, diese Punkte erst abzuarbeiten und ihre App in diesen Punkten zu verbessern, bevor wir aktiv werden.

App Ideen sollten also unserer Meinung nach gut geprüft werden, denn es gibt bereits deutlich über eine Million Apps, die zwar im App Store sind, aber einfach nicht runtergeladen werden.

Um eine spätere Enttäuschung auszuschließen oder die Gefahr dafür zumindest drastisch zu reduzieren, sollte man auch nicht den erstbesten Entwickler beauftragen, denn der findet eine App Idee oft unheimlich spannend, denn es könnte sich daraus ja ein Entwicklungsauftrag ergeben.

Wer eine Idee für eine App hat und sich darüber austauschen möchte, kann uns gerne anrufen. Ein Gespräch ist hier auch besser, als ein Email. Da kann man nämlich direkt Fragen klären.

Ergänzung vom 23. Dezember 2016:

Aufgrund der vielfältigen Erfahrungen aus tausenden Anrufen (teilweise auch nachts und am Wochenende, jedoch meist nach Feierabend der Ideengeber), mehr als 1.000 Mails und diversen Terminen bei uns, angeschobenen Projekten (die dann durch die Ideengeber abgebrochen wurden) und kostenfrei veröffentlichter Apps (bei denen wir in Vorleistung gegangen sind) stehen wir für eine kostenlose Beratung nicht mehr zur Verfügung.

Wir haben mehrere Ideen auf den Weg gebracht, sogar Apps veröffentlicht, aber das absolute Mindestmaß an Engagement der Ideengeber konnten wir nicht feststellen. Deshalb sind diese Projekte inzwischen wieder offline und aus den eigens dafür gegründeten Firmen haben wir uns zurückgezogen.

Es hapert immer an den gleichen Problemen:

  • kein Engagement des Einlieferers
  • vereinbarte Termine mit uns und Dienstleistern werden ohne Absage nicht wahrgenommen
  • völlig falsche Vorstellungen
  • keine Ablieferung von vereinbarten Arbeiten
  • kein Geld für Programmierung, Übersetzung, Vermarktung
  • übersteigerte Erwartungen, ohne selbst einen Euro investieren zu wollen
  • Überforderung selbst mit einfachsten Aufgaben. (z.B. Was soll die App denn können? – oder Wie soll die App aufgebaut sein?)
  • Zusagen jeder Art werden nicht eingehalten

Wer ernsthaft seine Idee von Experten mit jahrelanger App-Erfahrung bewertet haben möchte, kann ab sofort erst nach Einzahlung einer Gebühr von 150 Euro von uns eine fundierte Einschätzung erhalten.

Wer nicht einmal die 150 Euro aufbringen kann oder aufbringen will, sollte auch die Idee nicht weiter verfolgen. Denn es entstehen Kosten, bis die App im App Store erscheint, die um ein Vielfaches höher sein werden.

(Markus Burgdorf)

 

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